Die Geest ist eine ganz besondere Landschaft.


Südlich von Bremen und Oldenburg liegt der Naturpark Wildeshauser Geest - der größte Naturpark Niedersachsens überhaupt. Speziell für die Ballungszentren Bremen- Oldenburg ist das verkehrsmäßig optimal erschlossene Gebiet (u.a. durch die hochmoderne Nord-West-Bahn und die Autobahn A1 !) ein


beliebtes Naherholungsziel.

Die Geest hebt sich deutlich erkennbar ab von der flachen Marsch. Die Wildeshauser Geest ist das Zentrum der ausgedehnten Geest-Platte von der Weser bis zur Ems.

Die Geest als eiszeitliche Landschaft

Die Gletscher der Elster - und Saale-Eiszeit lagerten im Gebiet der heutigen Geest gewaltige Massen von Sand, Steinen, Lehm und Ton ab. Sie schoben Unmengen von Lehm, Sand, Kies und Findlingen hierher. Mit den sakndinavischen Findlingen bauten unsere Vorfahren vor ca. 5000 Jahren die eindrucksvollen Grabanlagen in der Wildeshauser Geest.
Beim Abschmelzen der Gletscher bildeten sich die Urstromtäler wie jenes der Hunteniederung. Heutige Erhebungen in der Landschaft sind Sanddünen, die aufgeschwemmt wurden oder durch Windverwehungen entstanden sind.

Von den Flüssen der Geest (Delme, Lethe,Hunte) zählt das Flußtal der Hunte zu den schönsten im gesamten norddeutschen Raum. Wo das ursprünglich Flußbett kaum verändert wurde erwartet den Besucher noch heute eine sehr reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft: baumbestandene Ufer, Steilwände, romantische Flußbiegungen...).
Moore
Heute sind nur noch Reste der ehedem umfangreichen Hoch - und Niedermoorgebiete erhalten. Wir finden sie in den Niederungen und am Rande der Geest. Zum Teil sind ehemalige Moorflächen wiedervernässt. Seltene Pflanzen - und Tierarten erhielten so einen neuen Lebnsraum. So sind im Goldenstedter - und Huntloser Moor


wieder seltene Insekten (Sonnentau, Libellen, Schmetter- linge..)anzutreffen.

Uralte Spuren: Steinzeit - Bronzezeit
Ländlich-bäuerliche Lebensweise und Kultur haben hier im Verlauf von mehreren tausend Jahren Spuren hinterlassen. So wurde in der Glaner Heide bei Wildeshausen ein altsteinzeitliches Sommerlager mit Pfeilspitzen und anderen Steinwerkzeugen entdeckt, das vor ca. 15000 Jahren errichtet wurde.
Steinzeit
Besonders beeindrucken die Megalithgräber, oft auch Hünengräber genennt.- Sie finden sich meist an Fluss - oder Bachufern. Die Wildeshauser Geest ist besonders reich an Zeugnissen der Vor - und Frühgeschichte. Mit Recht bezeichnet man sie deshalb als “Quadratmeile der Vorgeschichte”.
Die Steinzeitmenschen w


aren die ersten Geestbauern, die schon haustiere und den Getreideanbau kannten. Handel betrieben sie bis zum heutigen Frankreich. Unser heutiges “Niedersachsenhaus” mit dem landschaftstypischen Fachwerk wurzelt in den Bauernhöfen der Bronzezeit (1800 - 800 v.Chr.). Damals waren allerdings die Zwischenräume nicht vermauert sondern mit Weidegeflecht ausgewunden, das mit Lehm ausgeschmiert wurde. Unser Wort “Wand” rührt noch daher (ge-”wunden”!). Die Grabanlagen unserer Vorfahren aus der Jungsteinzeit zeugen von einem stark ausgeprägtem Totenkult. In den Steingräbern wurden über viele Generationen hinweg (Jahrtausende?) die Verstorbenen beigesetzt. Die Grabbeigaben (z.B.Lebensmittel, ätherische Öle, Schmuck, Werkzeuge...) belegen den Glauben an ein Leben nach dem Tode.
Die Keramikfunde entstammen der sog. Trichterbecherkultur: Diese Becherform war schlicht mit geometrischen Mustern verziert
Bronzezeit
Die sehr zahlreichen Hügelgräber in der Wildeshauser Geest sind ein Erbe der Bronzezeit. Eine tiefgreifende Efindung löste so langsam die Steinzeit ab: 90 Teile Kupfer und 1




0 Teile Zinn-so die Erfindung- ergab den neuen Werkstoff Bronze. Sie war relativ leicht zu bearbeiten (Gießen in Formen!) und war härter als das bekannte Kupfer. Geräte, Waffen und Schmuck wurden nun aus Bronze gefertigt.




Die Bestattungsriten der Bronzezeit änderten sich unübersehbar. Jetzt entstanden die Hügelgräberfelder wie das sehr beeindruckende Pestruper Gräberfeld bei Wildeshausen mit über 500 Hügeln. Die Vielzahl der Grabanlagen zeigt, dass dieser Raum damals sehr stark besiedelt war-gleichsam ein frühgeschichtlicher “Ballungsraum”. Die Menschen dieser Zeit waren Zeitgenossen